Aktuelles

Abb.: Bei seiner Vorstellung des Kooperationsprojekts unterstrich BIOG-Geschäftsführer Volker Manz die Bedeutung sicherer Absatzmöglichkeiten und fairer Preise für die Erzeuger - insbesondere im Falle schwankender Erntemengen.

Neue Initiative für Bio-Getreide, -Mehl und -Brot

23.5.2019


Gemeinsam mit der Supermarktkette Cactus und dem handwerklichen Backbetrieb „Pains et Tradition“ hat die BIOG-Genossenschaft eine Initiative mit dem Titel „Zesummen fir eis Bio-Baueren“ ins Leben gerufen. Als weiterer Teilnehmer ist das OIKO-Bakhaus Munsbach bereits designiert. Gemeinsam wollen die qualitätsbewussten Vertreter aus Erzeugung, Weiterverarbeitung und Vermarktung die Wertschöpfungskette rund um Bio-Getreide, -Mehl und Brot stärken.


Erklärtes Ziel der neuen „Tripartite“: dem Preisdruck internationaler Multis das Beharrungsvermögen lokaler Kleinbetriebe und Mittelständler entgegenzusetzen, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten für die regionale Biolandwirtschaft engagieren. Um ihr weiter Auftrieb zu geben, verpflichten sich die Partner in einer Charta unter anderem auf gemeinsame Qualitätsstandards und gesicherte Absatzmöglichkeiten bei fairen Erzeugerpreisen.


Zugleich will man den Endverbraucher für die Wertigkeit jeder einzelnen Stufe der gemeinsamen Wertschöpfungskette sensibilisieren. Alle drei Monate sollen gemeinsame Marktgespräche das letzte Trimester bilanzieren und Perspektiven für die künftige Ausgestaltung von Angebot und Preisgefüge entwerfen.


Besonders wichtig ist den Teilnehmern dabei die Transparenz von Rohstoffherkunft und Produktionsbedingungen. Deshalb unterstützen die Unterzeichner der Charta mit jährlich jeweils 5.000 Euro die Forschungsarbeit des IBLA. Das Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur a.s.b.l. erarbeitet eine allgemein anwendbare Nachhaltigkeitsbewertung für landwirtschaftliche Betriebe. In diesem Zusammenhang wird eine Software entwickelt, deren Anwendung den Bauern dabei helfen soll, ihre Betriebsführung im Sinne der Nachhaltigkeit bestmöglich weiterzuentwickeln. In einem weiteren Schritt kann die Bewertungsskala dem Verbraucher dabei helfen, sich ein Bild davon zu machen, welche Anstrengungen der Bauer bereits unternommen hat.


Zunächst jedoch hoffen alle Projektgründer, durch die gemeinsame Promotion handwerklich erzeugter Qualitätsbackwaren auf Basis regionaler Bio-Getreide noch mehr Bauern dazu zu bewegen, ihren Betrieb auf Bio umzustellen. Auch diesem Ziel hat das Gründertrio sich schriftlich verpflichtet.


Der Pressetermin fand auf dem Leudelinger Hof des Biobauern Serge van Dyck (3.v.l., mit Frau und Sohn) statt. Neben Wirtschaftsminister Romain Schneider (4.v.r.) war auch der Luxemburger Bio-Pionier Jos Schanck (3.v.r.) zugegen. Auch die Kooperationspartner waren vertreten, u.a. durch Laurent Schonckert (Cactus, 4.v.l.), Volker Manz (BIOG-Genossenschaft, 5.v.l.) sowie Jean Kircher (Pains & Tradition, Mitte, mit Projekt-Charta). Das OIKO-Bakhaus Munsbach ist bereits als weiterer Partner designiert.